Münster West

Goldene Herbst-Wanderung auf dem Baumberger Ludgerusweg

Dieser Beitrag hat mit dem Westen Münsters nur insofern etwas zu tun, als die Tour von Roxel ausging und direkt hinter der westlichen Roxeler Ortsgrenze vor dem Stift Tilbeck am Tilbecker Mordkreuz startet. Zudem ist Namenspatron Ludger als erster Münsterscher Bischof eine wahre Legende der westfälischen Metropole. Vor allem aber ist die hier vorzustellende Tour sehr empfehlenswert: Es geht natürlich um den Baumberger Ludgerusweg, der vom Tilbecker Mordkreuz zunächst durch die bewaldeten, hügeligen Baumberge über 30 Kilometer bis nach Coesfeld führt.

Gerade an goldenen Herbst-Tagen wie denen der vergangenen Woche ist der Baumberger Ludgerusweg sehr zu empfehlen. Die gut markierten und zu laufenden Waldwege in den Baumbergen sind dann ein Traum.

Vielfach wird der Baumberger Ludgerusweg über Feldwege geführt

Eine gute Tagestour führt den Wandernden die landschaftliche Schönheit und Vielfalt des Münsterlandes vor Augen. Der vom Deutschen Wanderverband zertifizierte Qualitätsweg soll an Stätten vorbeiführen, die an den zum Heiligen ernannten Bischof erinnern. Dieser starb 809 nach einer Wanderung von Coesfeld nach Billerbeck. Unter Federführung der Baumberge Touristik ist jetzt ein ausgeklügeltes System aus verschiedenen Zugangswegen und einem Hauptweg entstanden. Die Zugangswege führen von Tilbeck, Schapdetten, Havixbeck etc. aus zum Hauptweg und sind als Rundwege angelegt. Der Hauptweg ist mit violetten Schildern markiert, die ein stilisiertes „L“ für Ludger zeigen. Die Zugangswege sind mit gelbfarbenen L-Schildern markiert.

Das große Plus des Ludgerusweges ist tatsächlich die hervorragende Markierung. Die hier vorgestellte Tour konnte komplett nach den Markierungen gelaufen werden. Die über die Internetseite des Wanderweges erhältliche GPX-Datei für Outdoor-Navigationsgeräte wurde tatsächlich nur zur Sicherheit benötigt. Lediglich im Bereich der Benedikter-Abtei Gerleve vor Coesfeld gab es kleinere Ungereimtheiten. Der hier gezeigte Original-Track von Havixbeck-Bahnhof bis Coesfeld-Bahnhof steht unten in diesem Artikel zum Download zur Verfügung.

GPX-Route Havixbeck - Coesfeld auf dem Baumberger Ludgerusweg

Die Tour fand am Allerheiligen-Tag statt. Das war auch der Grund, warum die Wanderung am Havixbecker Bahnhof startete. Grundsätzlich ist das Tilbecker Mordkreuz zwar über die Buslinie R63 gut erreichbar. An Sonn- und Feiertagen fährt der erste Bus aus Münsters westlichstem Ortsteil in diese Richtung allerdings erst nach elf Uhr. Bei einer 30 Kilometer langen Wanderung muss allerdings die im Herbst früh einbrechende Dunkelheit bei der Planung berücksichtigt werden. Insofern ging es mit dem Auto zum Havixbecker Bahnhof und von dort dann über den dortigen Zugangsweg und die Bruder-Klaus-Kapelle auf den Hauptweg.

Der reizvollste Teil der Wanderung ist sicher der Abschnitt zwischen Havixbeck und Billerbeck. Hier erleben Wandernde Baumberge pur. Schöne Waldwege, Lichtungen mit Ausblicken in die Münsterländische Parklandschaft, bisweilen kleine Bauernhof-Ansiedlungen mit schönen alten Gebäuden wie etwa die Hofstelle Meyer in Lasbeck kurz hinter dem Pannkokenhus Teitekerl.

Pferdekoppel am Rand des Baumberger Ludgeruswegs

Landschaftlich wie auch vom Anblick der angrenzenden Gebäude her ist natürlich auch der Bereich der Berkelquelle und Berkelaue in Billerbeck prachtvoll. Dort geht es über einige Kilometer am südwestlichen Ortsrand Billerbecks entlang der Berkel.  Auf dem Weg liegt auch die Wasserburg Kolvenburg.

Die wunderschöne Innenstadt Billerbecks mit dem beeindruckenden Dom wird durch den Hauptweg nur gestreift. Natürlich führt aber ein Zugangsweg durch den Ort und lädt entsprechend auch zu einem Abstecher ein. Diesen sollte auch unternehmen, wer auf einen Imbiss einkehren möchte. Das ist vielleicht einer der wenigen Schwachpunkte des Baumberger Ludgerusweges. Der Hauptweg ist streckenorientiert mitten in die Landschaft hinein gelegt. Einkehrmöglichkeiten direkt am Weg finden sich eigentlich nur im ersten Viertel mit dem Teitekerl bei Havixbeck und kurz vor dem Ende mit dem Café am der Abtei Gerleve.

Zwischen Billerbeck und Coesfeld ändert der Ludgerusweg seinen Charakter. Die Strecke verläuft nun vielfach auf Feldwegen durch die Gemarkungen. Immerhin 15 Kilometer lang sehen die Wandernden nur noch die leicht gewellte Landschaft, Windräder und viele, viele Felder. Tatsächlich haben es die Macher des Weges geschafft, lange Asphalt-Passagen zu vermeiden.

Ein touristischer „Hot-Spot“ kurz vor dem Ziel ist die Benediktiner-Abtei Gerleve. Kurz vorher bietet sich noch ein Abstecher zum Aussichtspunkt Ludgerirast an. Von Gerleve aus geht es dann noch wenige Kilometer bis ins hübsche Coesfeld, wo der Ludgerusweg an der Lamberti-Kirche endet. Dort in der Nähe bietet sich die Einkehr in einige Lokale an, denn nach 30 Kilometern Wanderung könnte durchaus Hunger vorhanden sein.

Die Tour startete am Havixbecker Bahnhof. Deswegen musste in Coesfeld der Bahnhof angesteuert werden, um mit der Baumberge-Bahn wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Vom Zielpunkt des Ludgerusweges bis zum Bahnhof müssen etwa zehn Minuten zu Fuß eingerechnet werden.

GPX-Download

Wer sich den oben abgebildete Original-GPX-Track der Wanderung herunterladen möchte, klicke auf diesen Link.

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